DIE HEILIGE PAPA-ZEIT UND WIE WIR SIE IN UNSEREN ALLTAG INTEGRIEREN

16.05.2018

 

"Mira quién viene, es papá" sage ich meiner kleinen Perle jeden Nachmittag und jeden Abend, wenn Papa von der Arbeit nach Hause kommt. Auf Deutsch: "Schau mal wer da kommt. Es ist Papa." An manchen Tagen könnte ich gar nicht sagen, wer sich mehr auf wen freut. Beide strahlen bis über beide Ohren und können die Augen kaum voneinander abwenden. Die Papa-Zeit hat begonnen.

 

Eines Tages, nach einer üblichen Schwangerschaftskontrolle, ging ich in der Stadt auf Bücherfang. Auf der Suche nach superschlauen Mamabüchern fand ich jedoch etwas viel Besseres: den Papa-Pass. Quasi das Pendant zum Mutterpass. Dasselbe Format, derselbe Seitenumfang. Aber anstelle von Tabellen und Gewichtsangaben enthält es Begriffserklärungen zum Ärztechinesisch (Bonding, Wochenbett, Babyblues, etc.), Tipps und Tricks zur Signaldeutung des Babys und Ideen für Aktivitäten für Papa und Baby. Mein Mann freute sich sehr über das kleine Geschenk. Am Abend machten wir sogleich den "Papa-Test". Im Papa-Pass enthalten waren 14 Fragen rund um die Väter in Deutschland, abgeleitet aus einer 2016 durchgeführten Studie. Eine der Fragen liess uns innehalten. Die Frage lautete: "Wie viel Zeit verbringen deutsche Väter durchschnittlich täglich mit ihren Kleinen?" Die korrekte Antwort erschütterte uns beide zutiefst. Lediglich 37 Minuten.

 

Selbstverständlich muss man dieses Studienergebnis objektiv betrachten. Geht man davon aus, dass ein Vater ca. gegen 19.00 Uhr nach Hause kommt und die Kleinen um 20.00 Uhr oder 21.00 Uhr ins Bett gebracht werden, dann bleibt natürlich nicht viel Papa-Zeit übrig. Für meinen Mann (und für mich) wäre das unvorstellbar. Mit vollem Herzblut war mein Mann bei jeder Schwangerschaftskontrolle dabei (ausser bei der oben genannten), hat während der Weihnachtsferien die Kindermöbel aufgebaut und das Kinderzimmer liebevoll eingerichtet und sprach fast täglich mit unserer kleinen Perle im Bauch. Er konnte es kaum abwarten, sie endlich in den Armen zu halten. Als sie dann geboren war verbrachte er seine Zimmerstunden bei uns im Spital, bei mir im Spitalbett, mit der Kleinen auf seiner Brust, beide am schlafen.

 

In unserem täglichen Leben spielt die Papa-Zeit eine sehr grosse Rolle. Es ist der Herzenswunsch meines Mannes, so viel Zeit wie möglich mit unserer Perle zu verbringen. Und so sind wir überglücklich, dass sich das Berufsleben als Gastronom nach all den Jahren, in denen seine Arbeitszeiten unsere Beziehung auf die Probe stellten, als Segen erweist. Denn mit der Zimmerstunde ist die Papa-Zeit jeden Tag fix geregelt: morgens Arbeit, nachmittags Papa-Zeit, abends Arbeit. Dann wird gespielt, gelacht, Grimassen vor dem Spiegel geschnitten, ein Spaziergang mit Marley unternommen oder schlicht und einfach im Bett gekuschelt. Da wir unsere Perle nach südländischer Uhr füttern schafft es Papa manchmal sogar auf den 22.00-Uhr-Schoppen und kann sie ins Bett bringen. Für mich als Mama einer der emotionalsten Momente des Tages.

 

Mir ist klar, dass es nicht jedem Papa vergönnt ist, unter der Woche so viel Zeit mit seinen Kleinen verbringen zu können. Deshalb bin ich auch eine starke Befürworterin von flexibleren Arbeitsmodellen für Väter, sowohl im Hinblick auf das Zeitmodell (Gleitzeit, Jahresarbeitszeit), aber auch auf das Arbeitspensum. Vom Vaterschaftsurlaub in der Schweiz ganz zu schweigen. Vielleicht schaffen wir es ja eines Tages doch noch, uns bei den nordischen Nachbarn eine Scheibe abzuschneiden. Bis dahin wünsche ich allen Vätern dieser Welt viel Zeit mit ihren Kleinen und unschätzbare Momente, die nur mit dem Papa geteilt werden.

 

Bild © Hotel Mama Mia

 

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