DER ERSTE FLUG MIT BABY ALS ALLEINREISENDE MAMA: EIN ERFAHRUNGSBERICHT

02.07.2018

 

Was habe ich mich auf den Sommerurlaub mit meiner Familie gefreut! Sommer, Sonne, Sonnenschein. Einfach mal abschalten und die Seele baumeln lassen, meine kleine Perle guten Gewissens in die Obhut der Oma, Opa und den Uropas geben können und etwas Mama-Zeit für mich geniessen. Denn seien wir ehrlich, der Mutterschafts"urlaub" ist ja nicht wirklich ein Urlaub im eigentlichen Sinne. Es ist vielmehr eine Zeit des Kennenlernens. Ein 24-Stunden-Fulltimejob, der es in sich hat und somit auch eine Pause verdient. Diese Pause gönnen wir uns während drei Wochen an der Costa Brava in Spanien, dem Heimatland meiner Mama. 

 

Das Packen hatte es natürlich in sich. Wie so viele gehöre auch ich zu den absoluten Packmuffeln. Ich hasse es! Schon beim Gedanken daran läuft es mir kalt den Rücken hinunter. Was packe ich ein? Was brauche ich alles? Gibt es Dinge, die man auch vor Ort kaufen kann, damit ich kein unnötiges Übergewicht mitschleppen muss? Fragen über Fragen. Wenn man nur für sich alleine packt, ist es ja schon anstrengend. In meinem Fall habe ich gleich für drei gepackt: unsere Hündin Marley, unsere kleine Perle und mich. Und Papa? Papa wird im Verlauf des Urlaubs zu uns nachfliegen und kommt mit eigenem Gepäck.

 

Die Opas und Uropas haben sich mit Marley per Autofahrt nach Spanien gemacht. Glücklicherweise konnte ich ihnen das Gepäck für Marley und die Babynahrung im Auto mitgeben. Eine Sorge weniger. Für meine Perle und mich habe ich die Variante Flugzeug gewählt, da ich selbst das Fliegen liebe und es mir in punkto Reiseart die kürzeste und der Logik nach die angenehmste erschien. Das Abenteuer "Fliegen mit Baby" konnte also beginnen.

 

Obwohl ich bereits tausende Flugmeilen auf meinem Konto habe, war ich aus diversen Gründen echt nervös: die Trennung von Papa (okay, nur für zwei Wochen, ich vermisse ihn trotzdem sehr), der erste Flug mit meiner Perle und dann noch alleine, zwei Koffer plus Kinderwagen im Schlepptau (!), Angst wegen des Druckausgleichs in den Ohren und nicht zuletzt die Vorstellung, dass meine kleine Perle den ganzen Flug über schreien und ich mich vor all den anderen Passagieren in Grund und Boden schämen würde. Okay, Letzteres kann man vernachlässigen, da ca. die Hälfte der Sitznachbarn selbst Kinder zu Hause hat.

 

Papa fuhr uns beide an den Flughafen Zürich, begleitete uns bis zum Check-In und musste sich dann von uns verabschieden. Los ging's. Mit dem Kinderbuggy, den uns der Flughafen für CHF 5.- ausgeliehen hatte, begaben wir uns in die Warteschlange für die Sicherheitskontrolle, die endlos erschien. Eine halbe Stunde später wurden wir durchgecheckt. Natürlich piepste es bei uns und wir wurden prompt zur Stichprobenkontrolle aufgerufen. Na toll! Es war alles okay, sogar die Windel meiner kleinen Perle. Hätte ich den Securities auch gleich sagen können. Wir wurden durchgewinkt. Kaum bei den Duty Free Shops angelangt hörte ich die Flughafendurchsage, dass unser Flug eine Stunde Verspätung hatte. Entgegen meinem Naturell, immer auf den letzten Drücker einzuchecken, waren wir bereits eine Stunde zu früh. Jetzt waren es zwei Stunden, die wir überbrücken mussten. Also machten wir einen Spaziergang durch den ganzen Flughafen. Das Titelbild des Beitrags entstand übrigens auf eben diesem Spaziergang zwischen den Boarding Gates.

 

Endlich wurden wir zum Boarding aufgerufen. Personalausweise und Boardingkarten zeigen, den Buggy abgeben und ab ging's in das Flugzeug. Bis zu diesem Zeitpunkt verlief alles reibungslos. Kaum bei unserem Sitzplatz angelangt passierte es aber: meine kleine Perle fing an zu schreien. Ich schaute auf die Uhr: Essenszeit. "Oh nein, es ist doch zu früh! Das Flugzeug startet doch erst in einer Viertelstunde", schiess es mir durch den Kopf. Meine Beruhigungskünste halfen nichts, ich musste die Babyflasche aus der Wickeltasche hervorkramen und meine Perle füttern. Zum Glück setzte sich das Flugzeug in Bewegung Richtung Startbahn. Kaum eine Minute in der Luft war die Flasche leergetrunken. Gott sei Dank hatte meine Perle den Druckausgleich mit den letzten Schlucken gemacht und nuckelte noch zufrieden an der leeren Flasche herum. Den Abflug hatten wir überstanden, jupii! Vom Flug selbst haben wir dann nichts mehr mitbekommen, denn prompt nach dem Start sind wir beide der Siesta verfallen.

 

"Preparing for landing" war das Nächste, dass ich noch völlig schlaftrunken hörte. Das Zeichen für den Sitzgurt leuchtete bereits, die Flugzeugbegleiterinnen sassen schon angekettet an ihren Sitzen und ich? Tja, ich hatte die Wickeltasche mitsamt Babynahrung in der Gepäckablage oberhalb unserer Köpfe verstaut respektive verstauen müssen und nur die zweite Babyflasche mit etwas Wasser bei mir. Meine schlimmsten Befürchtungen wurden war: Das Flugzeug war bereits im Landeanflug und meine Perle fing an zu schreien wie am Spiess. Ich versuchte ihr auf Biegen und Brechen den Wasserschoppen in den Mund zu drücken und sie zum Trinken zu bewegen, doch sie wollte nicht, denn sie hasst pures Wasser. Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich habe sie dann mitsamt ihrem Sitzgurt um 180° umgedreht, so dass sie mich statt den Sitz vor uns angestarrt hat und ich sie fest in die Arme drücken und beruhigen konnte. Am Boden angekommen hatte sie den Druckausgleich aus mir unerklärlichen Gründen gemacht und war wieder ganz zufrieden - und ich total erleichtert.

 

Rückblickend betrachtet hätte ich die Babynahrung von Anfang an bei mir behalten sollen. Aber wer hätte auch ahnen können, dass ich den ganzen Flug über mit meiner Perle im siebten REM-Schlaf weilen und wir erst im Landeanflug aufwachen würden? Die Flugzeugbegleiterinnen hätten mir sicherlich geholfen, die Babyflasche vorzubereiten, doch es war bereits zu spät. Naja, "learning by doing" oder wie man so schön sagt. Beim nächsten Mal halte ich die fix fertige Babyflasche einfach in einem Thermosbeutel parat. Oder noch besser: Beim nächsten Mal ist Papa dabei, damit Mama als Alleinfliegende mit Baby keine zusätzlichen Arme und Hände wachsen lassen muss. Was das Fliegen im Allgemeinen angeht hat sich unsere Perle aber super geschlagen. Die Testprobe mit dem Kurzstreckenflug Schweiz-Spanien von rund zwei Stunden ist bestanden. Der nächste Test wäre dann ein Langstreckenflug. Wohin der gehen soll, lassen wir uns überraschen. Jetzt geniessen wir erstmal unseren ersten langen Familienurlaub.

 

Bild © Hotel Mama Mia

 

 

 

 

 

 

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