Breiattacke: Wenn Mama zur Zielscheibe wird

02.09.2018

 

Man stelle sich vor: Mama steht zwei Stunden in der Küche, um klein Perle ein köstliches Mahl zuzubereiten. Geduldig und voller Eifer werden Lebensmittel wie Süsskartoffeln, Fenchel, Karotten, Pastinaken, Zucchini und sonst noch allerlei gewaschen, geschält, in Stücke geschnitten, in heissem Wasser weichgekocht, püriert und in kleine Mahlzeitportionen eingeteilt. Es ist Essenszeit. Perle hat Hunger. Der frisch zubereitete Brei wird in der Suppenschale des Babygeschirrsets serviert. "Ein Löffel für Papa. Ein Löffel für Mama." Ihr kennt es ja. Die ersten paar Löffelchen isst Perle "schön". Soll heissen: konzentriert und es geht nichts daneben. Und dann plötzlich: Pffffffrrrrrrr... Mein Gesicht, meine Arme, mein Oberteil, einfach alles ist überdeckt von Brei. Vielen Dank auch!

 

Erst vor Kurzem hat klein Perle herausgefunden, wie man die eigene Zunge in Schwingungen bringt, in dem diese zwischen der Ober- und Unterlippe leicht herausgestreckt und vom Mundinneren her Luft hinausgeblasen wird. Diese neue Fähigkeit erzeugt nicht nur irrsinnig lustige Geräusche, es bilden sich auch Luftbläschen, die feuchtfröhlich zerplatzen, sodass der Speichel in alle Richtungen schiesst. Nun, im Grundsatz ist dies natürlich eine herrlich amüsante Errungenschaft in der Entwicklung unserer Perle. Zum Leidwesen von Mama jedoch, wird dieser neue Trick auch beim Essen angewendet. Anstelle von Luftbläschen und Speichel also fliegt mir seit ein paar Tagen der Brei um die Ohren, als gäbe es kein Morgen mehr.

 

Wenn ich bis dato dachte, dass ich aufgrund ihrer ohnehin konstanten Speianfälle gefühlt nur noch am waschen bin, so bin ich vor Kurzem erst richtig auf die Welt gekommen. Nebst der unendlichen Babywäsche türmen sich jetzt noch die breiverschmierten Kleider von Mama neben der Waschmaschine. Das wäre ja noch eins, wenn da nicht noch die Murphys-Law-Geschichte von letzter Woche wäre. Nach vier langen Wochen hatten meine Freundinnen und ich es endlich wieder geschafft, uns alle gemeinsam zum Mädelsabend zu treffen. Ich kam von der Arbeit nach Hause, duschte, zog meine Lieblingsbluse aus meiner Vor-Schwangerschaftszeit an, die mir endlich wieder passt (Halleluja!), nahm klein Perle in die Arme, setzte sie in das Tripp Trapp und legte mit der Breimahlzeit los. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was folgte. Exakt. Keine fünf Minuten später war die Bluse eingesaut und Mama roch statt nach dem sommerlichen Duschgel nach Pflaumen-Apfel-Kompott. Die dunklen Breiflecken habe ich nie wieder herausbekommen, die Bluse wanderte in den Eimer. Schneufz.

 

Man sagt ja, dass man sich als Eltern an jede neue Phase des Kindes anpassen muss. Dies gilt natürlich nicht nur für Phasen, sondern auch für neue Errungenschaften wie eben das Breiausspucken. Mein Learning aus der Geschichte ist simpel: Seit dem Blusen-Vorfall gibt es den Brei bei uns nur noch oben ohne. Na ja, der BH darf dranbleiben. Und für den Fall, dass es den Brei mal unterwegs gibt ziehe ich entweder ein Ganzkörperkondom an oder noch besser: Ich überlasse das Breifüttern einfach jemand anderem. Wohl bekomm's.

 

Bild © Hotel Mama Mia

 

 

 

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