BABY & HUND (TEIL 2): 10 TIPPS FÜR EIN LEBEN ZU VIERT

26.05.2018

 

Im ersten Teil dieses Beitrags bin ich auf die Frage eingegangen, wer von den beiden zuerst in unser Leben trat, das Baby oder der Hund. Die nächste Frage ist nun: Können Baby und Hund gemeinsam funktionieren? Wir sagen: Ja! Natürlich gibt es Rassen, die besser und weniger gut für das Leben mit Baby geeignet sind. Mein Mann und ich teilen jedoch die Auffassung, dass es nicht eine Frage der Rasse, sondern der Erziehung und letztendlich der Autorität des Herrchens oder des Frauchens ist.

 

Ein Hund ist und bleibt ein Tier mit naturgegebenen Instinkten. Er braucht klare Anweisungen, eine führende Hand und keine minutenlangen Vorträge. Die hört er im Übrigen ohnehin nur als Radiomelodie. Weiter muss beachtet werden, dass sich ein Hund zwar den Herrchen unterordnet, nicht aber einem Baby. Der "Welpenschutz" gilt hier nicht. Ein Hund anerkennt ein Baby entweder als ranggleich oder rangniedriger. Es braucht also viel Geduld, Liebe und Achtsamkeit, um einen Hund mit einem Baby vertraut zu machen. Die Mühen lohnen sich aber, denn am Ende entsteht eine wunderbare Freundschaft, die niemals gebrochen werden kann.

 

In diesem Sinne habe ich Euch eine Liste mit unseren persönlichen Tipps für einen wunderbaren Start mit Baby und Hund zusammengestellt. Und hier sind sie:

 

10 Tipps für ein harmonisches Leben mit Baby und Hund

 

1) Hundefreie Zone: Bei uns gilt das Motto "Mi casa es tu casa", ausser im Kinderzimmer. Bereits während der Schwangerschaft haben wir Marley beigebracht, dass das Kinderzimmer (das früher unser Ankleidezimmer war), tabu ist.

 

2) Riech mal: Während des Spitalaufenthalts hat mein Mann ein getragenes Body und eine gebrauchte Wickeldecke unserer kleinen Perle mit nach Hause genommen und Marley zum beschnuppern gegeben. So konnte sie schon mal den Körpergeruch ihrer neuen Schwester kennenlernen.

 

3) Erste Begrüssung von Mama nach dem Spital: Während des gesamten Spitalaufenthalts war Marley bei Oma und Opa in den Ferien. Am Tag des Spitalaustritts ging ich alleine zu meinen Eltern, um Marley zu begrüssen (unsere Perle war mit Papa zu Hause). Zwar erkannte sie mich mit den Augen, mein Körpergeruch aber - der natürlich nach Milch, Baby und Spital roch - schreckte sie zunächst ab.  Es dauerte rund eine Stunde, bis sie mich "normal" begrüsste und mich als ihre Mama wiedererkannte.

 

4) Erste Begrüssung zwischen unserer Perle und Marley: Für das grosse Kennenlernen der beiden haben wir uns viel Zeit genommen. Wir haben uns auf den Boden gesetzt, Mama mit der Perle im Arm und Papa mit Marley zu seinen Füssen. Mit ruhiger Stimme haben wir Marley ermutigt, ihre kleine Schwester zu beschnuppern. Schnupper, Schnupper, Schnupper, flatsch! Ein herzhafter Zungenschlecker über Perles Kopf später hatte Marley ihre neue Schwester begrüsst und im Hause aufgenommen. Diese Kennenlernübung haben wir noch mehrere Tage wiederholt.

 

5) Geteilte Zeit ist gar kein Leid: Wie gesagt, braucht ein Hund ebenso die Aufmerksamkeit seiner Herrchen wie ein Baby die seiner Eltern. Sofern wir also nicht explizit mit unserer Perle im Kinderzimmer sind, hat Marley jederzeit das Anrecht, sich zu uns zu gesellen. Dann schaut Mama zur Perle und Papa zu Marley oder umgekehrt. Wenn ich alleine bin, liegt Marley grundsätzlich zu meinen Füssen oder neben mir, während ich unsere Perle bespasse. So kommt eine Eifersucht gar nicht erst auf.

 

6) Baby- und Hundespielsachen: Wie es der Tipp schon verrät, sind die Spielsachen bei uns zu Hause zugewiesen. Fällt Marley trotzdem mal etwas von der Perle ins Auge - eh, ins Maul - wird das Spielzeug direkt gewaschen und Marley mit einem lauten "Nein" belehrt. Es muss aber direkt in dem Moment erfolgen, in dem sie das Spielzeug noch zwischen den Zähnen hat oder noch besser, bevor sie es ins Maul nimmt.

 

7) Nie alleine lassen: Genauso wenig, wie ein Baby unbeaufsichtigt auf der Wickelkommode liegen gelassen werden soll, sollte man ein Baby und einen Hund nie gemeinsam alleine lassen. Kommt es also vor, dass ich kurz in einen anderen Raum gehe, fordere ich Marley dazu auf, mir zu folgen.

 

8) Berührungsängste überwinden: Regelmässig üben wir mit Marley, dass unsere Perle sie anfassen darf. Immer so, dass Marley das Vorhaben mit den Augen mitverfolgen kann und nur ein paar Sekunden lang. Ob mit den Füsschen oder Händchen, beides ist möglich. Mit ruhiger Stimme ermutige ich Marley, dabei zu "warten".  Hat Marley ihre Sache gut gemacht, wird sie ordentlich gelobt, damit sie die Berührungen als etwas Positives anerkennt.

 

9) Kommandos mit Babywagen: Ein Spaziergang mit Baby und Hund macht nur dann Spass, wenn der Babywagen als Führungsobjekt betrachtet wird. So haben wir Marley von Anfang an beigebracht, neben dem Wagen "Fuss" zu laufen, im Stillstand zu "warten" und je nach Strassenseite links oder rechts nebenher zu laufen. 

 

10) Qualitytime mit dem Hund: Marley war nicht nur die erste im Haus, sie ist und bleibt auch unser erstes Baby. Ist unsere Perle also tagsüber im Mittagsschlaf oder abends im Bett, nehmen wir uns viel Zeit, um mit Marley zu schmusen, mit ihr zu spielen oder sie einfach bei uns zu haben.

 

Diese Tipps sind natürlich nicht abschliessend. Sie haben sich jedoch als sehr nützlich für uns erwiesen. Bist Du oder seid Ihr selber Herrchen und Eltern zugleich? Ich freue mich über Eure Kommentare.

 

Bild © Hotel Mama Mia

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