Blogtalk: 6 Wahrheiten über's Bloggen

14.05.2019

 

Was bedeutet eigentlich "Bloggen" und ist das ein Beruf? Wer ist als Blogger geeignet und wie viel Arbeit bedeutet das Führen eines Blogs tatsächlich? Diese und weitere Fragen durfte ich mir im vergangenen Jahr durch die Gründung meines Mamablogs Hotel Mama Mia gleich selber beantworten. Ein Jahr voller Erfahrungsschätze, sowohl in persönlicher, als auch in beruflicher Hinsicht. Ich habe meine Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren zum Lebensbegleiter gemacht und dabei mein Know-how im Digital Marketing autodidaktisch erweitert. Es hat sich gelohnt!

 

Blogger und Influencer sind für mich längst kein utopisches Phänomen mehr. Heute verstehe ich ihr Tun und ihre Arbeit mehr denn je und ich verteidige sie gegen gesellschaftliche Vorurteile als "Internetschmarotzer". Warum? Weil ich mit meinem Blog die Möglichkeit habe, eben diese Berufsbranche hautnah mitzuleben und hinter die Kulissen des vermeintlich ach so glamourösen Jobs als Blogger zu sehen. Diesen Einblick möchte ich zur Feier des 1. Geburtstags von Hotel Mama Mia gerne weitergeben. So habe ich mir die am häufigsten zu Ohren gekommenen Fragen über das Bloggen zusammengestellt, die ich nun gerne offen, ehrlich und direkt anhand meiner bisherigen Erfahrungen beantworte. Los geht's:

 

01 * WAS IST EIGENTLICH EIN BLOG?

 

Beruflich stamme ich der Kommunikations- und Marketingbranche ab und beantworte  diese Frage wie folgt: Ein Blog ist im herkömmlichen Sinne eine Art Internet-Tagebuch aus verschiedenen Interessensbereichen wie z.B. Fotografie, Reisen, Fashion, Interior, Familie und weiteren. Klassisch präsentiert sich ein Blog in der Form einer Website, weshalb im Englischen oft von einem Weblog die Rede ist. Im neumodischen Sinne kann ein Blog aber auch in Form eines Blog-Profils auf Social Media wie Facebook, Instagram oder Pinterest geführt werden.

 

02 * WER IST ALS BLOGGER GEEIGNET?

 

Ganz einfach: Jeder, der gerne schreibt! Bloggen ist mit einer grossen Leidenschaft zum Texten verbunden. Es bedarf keiner akademischen Ausbildung als Journalist oder PR-Experte, da ein Blog von persönlichen Erfahrungsberichten lebt. Das Know-how rund um die Erstellung einer Website oder eines Profils auf Social Media kann zudem autodidaktisch oder mit Hilfe von Weiterbildungskursen erlernt werden. Auch das Fotografieren, was oft Teil des Bloggens ist, kann mit viel Übung und Freude an schönen Bildkompositionen selbst erlernt werden.

 

03 * KANN MAN MIT EINEM BLOG GELD VERDIENEN?

 

Selbstverständlich, in dem man Kooperationen mit Unternehmen oder Marken eingeht und dabei den Blog als Werbeplattform zur Verfügung stellt. Der Blogger wirbt dabei in aller Regel für einen Brand, ein Produkt oder eine Dienstleistung  und erhält als Gegenleistung ein bestimmtes Honorar, Gratisprodukte oder Ähnliches. Wie hoch das Honorar - der monetäre Lohn - ausfällt, liegt im Verhandlungsgeschick des Bloggers und bemisst sich zudem anhand seines Arbeitsaufwands und der Reichweite seines Blogs. Je mehr Leser pro Monat und Follower auf Social Media ein Blog aufweist, desto grösser der Verhandlungsspielraum für den Blogger. 

 

04 * WIE VIEL VERDIENT EIN BLOGGER MONATLICH?

 

Top Drei der Fragen, mit denen ich regelmässig konfrontiert werde. Ganz ehrlich: Darauf gibt es keine definitive Antwort. Bloggen ist eine Arbeit als selbständigerwerbende Person ohne Grundgehalt, wie es ein Angestellter einer Firma hat. Jeder Blogger hat seine eigenen Honorar- und Spesenvorgaben, daher gibt es nicht "das" Gehalt. Und selbst wenn, bedarf es meiner Meinung nach keiner öffentlicher Kundgebung, denn mal ehrlich: Schickt es sich neuerdings, wildfremde Personen nach ihrem Einkommen zu fragen?

 

05 * WAS IST BEIM BLOGGEN BESONDERS WICHTIG?

 

Für mich persönlich gibt es zwei Dinge, die mir beim Bloggen besonders am Herzen liegen:

 

1) Authentizität: Ich weiss, das Unwort des Jahres. Und doch ist es genau diese Eigenschaft, die bei Hotel Mama Mia zuoberst auf der Liste steht und die ich als Leserin auch von anderen Bloggern erwarte. Denn nur, wer seiner Linie treu bleibt und über Dinge schreibt oder für Dinge wirbt, die zu ihm passen, wird am Ende von seiner Leserschaft für voll genommen. Ein Beispiel: Ein überzeugter Vegan-Blogger, der für Beauty-Produkte wirbt, die an Tieren getestet wurden, kann ich persönlich nicht ernst nehmen.

 

2) Keine Gratisarbeit: Zu gerne werden (junge) Blogger von Unternehmen angefragt, für ein Produkt zu werben. Meist wird dem Blogger als Gegenleistung ein Rabattcode auf den Produkteinkauf geboten. Der Blogger "darf" also auch noch für das Produkt bezahlen, das er bewerben soll. Ich antworte auf solche Anfragen jederzeit und höflich mit "Danke, aber nein Danke". Jede Werbung für ein Produkt bedeutet Arbeit, sei es als Beitrag auf dem Blog oder als Post auf Social Media. Und Arbeit soll bezahlt werden. Das ist nicht arrogant, sondern Selbstschutz. Ich würde ja auch nicht gratis bei einem Unternehmen arbeiten gehen. Also: Niemals gratis arbeiten, ganz egal wie bekannt der Blog oder wie gross die Reichweite ist!

 

06 * IST BLOGGEN "ECHTE" ARBEIT ODER NUR SPASS FÜR SCHNELLES GELD?

 

Eines vorneweg: Schnelles Geld wird mit Bloggen garantiert nicht verdient! Es bedarf harter Arbeit und viel Selbstdisziplin, um überhaupt in die Liga der Berufsblogger zu kommen und lukrative Kooperationen an Land zu ziehen. Wöchentliche Beiträge auf dem Blog, konstante Präsenz auf Social Media, einen hohen Bekanntheitsgrad und eine noch viel grössere Reichweite sind nur ein paar der absoluten Must-Do's und Must-Haves, um überhaupt im Haifischbecken des Bloggermarkts bestehen zu können. Und dieses Becken ist riesig, selbst in der kleinen Schweiz.

 

Ich selber zähle mich mit Hotel Mama Mia (noch) zu den Hobby-Bloggern, weil ich den Blog nebenbei zu meinem Hauptjob als Marketing Managerin führe, auch wenn ich bereits kleinere Kooperationen eingehen durfte. "Nebenbei" hört sich jetzt wie aus dem Ärmel geschüttelt an, ist es aber nicht. Eine Durchschnittswoche bedeutet bei mir das Verfassen eines Beitrags für den Blog und eine Bildproduktion inklusive Bildbearbeitung von ca. 3-4 Bildern für den Blogbeitrag und Instagram. Das Community Management auf Social Media (Facebook, Instagram, Pinterest) gehört ebenfalls dazu. Alles in allem komme ich somit auf ca. 1-2 Arbeitstage, was einem Pensum von 20-40% entspricht, und das wie gesagt "nebenbei" zu meinem eigentlichen Job und ohne Gehalt. Das ist okay, denn ich mache es aus Leidenschaft. Es ist mein Yasmin-Ding als Ausgleich zu meiner Rolle als Mama. Dennoch: Ein Blog ist Arbeit, harte Arbeit sogar! Deshalb zolle ich allen Bloggern und Influencern meinen grössten Respekt, denn eines ist sicher: Ein 8-5-Job ist das garantiert nicht und geschenkt wird einem auch nichts. Das ist die pure Wahrheit über's Bloggen.

 

Bild @ Hotel Mama Mia

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